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1. Was genau verstehen wir unter "Gemeinschaftsschule" ...

 
 

Was genau verstehen wir unter "Gemeinschaftsschule" und wodurch zeichnet sich der Unterricht an einer Gemeinschaftsschule aus?

Den Kern der Gemeinschaftsschule bildet die Sekundarstufe I, das heißt, die Klassenstufen 5-10. In allen Fällen, in denen eine Grundschule zur Gemeinschaftsschule gehören soll, bildet diese Grundschule die Primarstufe der Gemeinschaftsschule, das heißt, die Klassenstufen 1-4. Wenn mindestens 60 Schülerinnen und Schüler für eine Klassenstufe 11 langfristig prognostiziert werden können, kann sie nach Genehmigung eine Sekundarstufe II mit den Stufen 11-13 führen. Eine Gemeinschaftsschule ist in den Klassenstufen 5-10 verpflichtende Ganztagsschule. Das bedeutet, dass an drei oder vier Tagen der Woche ein Ganztagesbetrieb mit rhythmisiertem pädagogischem Angebot über 8 Zeitstunden gewährleistet ist. Schule und Schulträger entscheiden frei darüber, welche Variante sie wählen. Durch längeres gemeinsames Lernen und durch bestmögliche individuelle Lernformen wird diese Schulart der Unterschiedlichkeit der Schüler gerecht. Die Schülerinnen und Schüler lernen miteinander und voneinander und entwickeln dadurch auch wichtige soziale Kompetenzen. Merkmale des Unterrichts an der Gemeinschaftsschule sind:
o    schülerzentrierte Unterrichtsmethoden
o    individuelle Lern- und Förderpläne für alle Schülerinnen und Schüler
o    selbstverantwortliches Lernen individuell und in variablen Gruppen
o    Lehrerinnen und Lehrer arbeiten im Team
o    individuelle Leistungsrückmeldung
o    rhythmisierter, bewegter Schulalltag.

 

 

 

2. Welcher Bildungsplan gilt ab welchem Schuljahr?

 
 

Im Schuljahr 2015/2016 gilt für die Gemeinschaftsschule der Bildungsplan der Realschule unter Einbeziehung der Standards des Gymnasiums und der Hauptschule. Mit dem Schuljahr 2016/2017 tritt der neue gemeinsame Bildungsplan für die Sekundarstufe I, ab den Klassenstufen 5 und 6 aufwachsend, in Kraft. 

 

 

Schuljahr

GMS

der Tranche 1

GMS

der Tranche 2

GMS

der Tranche 3

GMS

der Tranche 4

GMS

der Tranche 5

2015/2016

5, 6, 7, 8

5, 6, 7

5, 6

5

 

2016/2017

5, 6, 7, 8, 9

5, 6, 7, 8

5, 6, 7

5, 6

5

 

•    grün = Realschulbildungsplan und Stundentafel der GMS-VO vom 08.03.2015
•    rot = neuer Bildungsplan und damit Stundentafel GMS neuer BP



 

3. Welche Kontingentstundentafel der GMS gilt?

 
 

Mit dem Schuljahr 2015/2016 trat die in der überarbeiteten Verordnung des Kultusministeriums über die Sekundarstufe I der Gemeinschaftsschulen vom 08. März 2015 enthaltene Kontingentstundentafel in Kraft.

Stundenkontingent der GEMEINSCHAFTSSCHULE für die Lerngruppen der Klassenstufen 5-10

 Unterrichtsfach

Stundenkontingent

Religionslehre / Ethik 1

11

Deutsch

24

Mathematik

24

Englisch

23

Mathematik

24

EWG mit verstärkter Berufsorientierung

17

NWA

25

Geschichte

8

Bildende Kunst

9

Musik

9

Sport

17

Technik 2

12

Mensch und Umwelt 2

Französisch 2

18

Profilfächer 3: Naturwissenschaft und Technik, Musik, Bildende Kunst, Sport. Gegebenenfalls zusätzlich Spanisch als 3. Fremdsprache

8

Individeuelle Förderung und besondere pädagogische Aufgaben

20

Kompetenzanalyse mit individuelle Förderung 4

2

Informationstechnische Grundbildung 5

(12)




















 

Erläuterung:

1)    Die Wochenstunden im Fach Religionslehre werden im Einvernehmen mit den obersten Kirchenbehörden unbeschadet der Rechtslage erteilt. Die Wochenstundenzahl im Fach Religionslehre wird unter Beteiligung der zuständigen kirchlichen Beauftragten festgelegt. In den Klassen 8 bis10 werden für Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, fünf Jahreswochenstunden Ethik vorgesehen.


2)    Jeder Schüler wählt ab Klasse 7 ein Wahlpflichtfach. Abweichend hiervon wird das Wahlpflichtfach Französisch, das von der Schule in jedem Fall anzubieten ist, ab Klasse 6 erteilt. Das Wahlpflichtfach Französisch kann am Ende des ersten oder zweiten Schulhalbjahres der Klasse 6 abgewählt werden. Der Beginn des Unterrichts im neu gewählten Wahlpflichtfach nach dieser Stundentafel bleibt unberührt.

3)    Jeder Schüler wählt ab Klasse 8 ein Profilfach. Naturwissenschaft und Technik ist von jeder Schule anzubieten. Darüber hinaus eines der Fächer Sport, Musik und Bildende Kunst. Ist die Schule mindestens vierzügig, können auch zwei dieser Fächer angeboten werden.
 
4)    Im Rahmen des Projekts zur Einführung der Kompetenzanalyse an Gemeinschaftsschulen in Klasse 8 werden die Stunden zur Durchführung und anschließenden individuellen Förderung genutzt.

5)    Integrativ innerhalb der Fächer und Fächerverbünde.

Ab dem Schuljahr 2016/2017 wird eine neue Kontingentstundentafel der Gemeinschaftsschule gelten, der Planungsstand ist hier eingestellt: Link Diese wird im Rahmen einer Artikelverordnung veröffentlicht werden und damit verbindlich.

 

 

 

 

 

 

 

4. Ab welcher Klassenstufe wird Ethik unterrichtet?

 
 

Ethik wird in der Gemeinschaftsschule ab Klassenstufe 8 unterrichtet.

 
 
 

5. Ab welcher Klassenstufe gibt es das Fach Wirtschaft und Berufs- und Studienorientierung?
Dies kann in Klassenstufe 7 oder 8 der Gemeinschaftsschule beginnen.

 

6. Besucht jede Schülerin / jeder Schüler ein Wahlpflichtfach?

 
 

Derzeit wählt jede Schülerin/jeder Schüler ab Klasse 7 ein Wahlpflichtfach, entweder
"Französisch" (bereits ab Klasse 6), "Technik" oder "Mensch und Umwelt (MUM)".
Mit dem neuen Bildungsplan, der zum Schuljahr 2016/2017 für die Klassenstufen 5 und 6 eingeführt wird und in den folgenden Jahren kontinuierlich jeweils eine Klassenstufe "hochwächst", werden alle Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7 eines der neuen Wahlpflichtfächer "Technik" oder "Alltagskultur, Ernährung, Soziales" besuchen. Alternativ wählen die Schülerinnen und Schüler die zweite Fremdsprache Französisch, die bereits ab Klassenstufe 6 unterrichtet wird.

 

7. Welche Profilfächer gibt es an der Gemeinschaftsschule und ab wann?

 
 

Die Profilfächer werden ab Klasse 8 unterrichtet. Die Schule bietet das Profilfach "Naturwissenschaft und Technik" an sowie eines der Fächer "Musik", "Bildende Kunst" oder "Sport". Bei ausreichender Nachfrage durch die Schülerinnen und Schüler kann die Schule zusätzlich Spanisch als dritte Fremdsprache anbieten. Das Profilfach  kann in den Jahrgangsstufen der gymnasialen Oberstufe fortgeführt werden, dies ist aber nicht zwingend.

 

8. Besucht jede Schülerin / jeder Schüler ein Profilfach?

 
 

Alle Schülerinnen und Schüler wählen ein Profilfach aus dem Angebot der Schule aus. Es wird auf allen drei Niveaustufen angeboten.

 

9. Gibt es Profil AC / Kompetenzanalyse auch an der Gemeinschaftsschule?

 
 

Ja, in Klassenstufe 8.

 

10. Was ist der Unterschied zwischen Natur und Technik...

 
 

Es ist geplant, ab dem Schuljahr 2016/2017 einen neuen Fächerverbund "Biologie, Naturphänomene und Technik" (BNT) einzuführen. Er soll in Klasse 5 und 6 unterrichtet und von allen Schülerinnen und Schülern aller weiterführenden allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg besucht werden. Im Fächerverbund "Biologie, Naturphänomene und Technik" sollen themen- und praxisorientiert naturwissenschaftliche Phänomene und integrative sowie biologische und technische Themen behandelt werden.
"Technik" (T) soll als Wahlpflichtfach an den Werkrealschulen / Hauptschulen, Realschulen und Gemeinschaftsschulen eingeführt werden. Es wird ab Klasse 7 unterrichtet und kann optional belegt werden. Das Fach "Technik" hat seinen Schwerpunkt besonders im technischen, anwendungsorientierten Bereich.
NwT ist das Profilfach "Naturwissenschaft und Technik" an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Es wird ab Klasse 8 unterrichtet und kann optional belegt werden. Der Schwerpunkt des Faches liegt auf naturwissenschaftlichen Inhalten.

 

 

11. Was bedeutet Coaching?

 
 

Jede Schülerin und jeder Schüler wird von einem ihr / ihm zugeordneten Lerncoach betreut. Der Lerncoach berät die Schülerinnen und Schüler regelmäßig in Fragen im Zusammenhang mit der individuellen Lernentwicklung sowie allen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Lernen stehen. Dazu gehört beispielsweise der Erwerb personaler Kompetenzen (Selbstdisziplin, Selbstreflexion, Übernahme von Verantwortung für das eigene Lernen, etc.) oder sozialer Kompetenzen (Einhaltung von Regeln, andere beim Lernen unterstützen, etc.).

 

12. Welche Sprachen kann ich an der Gemeinschaftsschule lernen?

 
 
  • Englisch als erste Fremdsprache ab Klasse 5.
  • Französisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 6.
  • Ggf. Spanisch als dritte Fremdsprache ab Klasse 8.
 

13. In welcher Klassenstufe kann ich welchen Abschluss machen?

 
 

Hauptschulabschluss in Klasse 9 oder Klasse 10

Realschulabschluss in Klasse 10

Ggf. Abitur

  • entweder an der Gemeinschaftsschule selbst, sofern dort eine eigene Oberstufe eingerichtet ist (in Klasse 13)
  • oder an der Oberstufe einer anderen Gemeinschaftsschule (in Klasse 13)
  • oder an einem allgemein bildenden Gymnasium  (in Jahrgangsstufe 12 oder 13)
  • oder an einem beruflichen Gymnasium (in Jahrgangsstufe 13)
 

14. Warum sind alle Gemeinschaftsschulen verpflichtende Ganztagsschulen?

 
 

Eine Gemeinschaftsschule ist in den Klassenstufen 5 bis 10 verpflichtende Ganztagsschule. Das bedeutet, dass an 3 oder 4 Tagen der Woche ein Ganztagsbetrieb mit rhythmisiertem pädagogischem Angebot gewährleistet sein muss.

Schule und Schulträger entscheiden frei darüber, welche Variante sie wählen. Ganztagsschulen tragen dazu bei, die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem zu verbessern. Sie eröffnen vielfältige Möglichkeiten, auf die Interessen und Begabungen der Kinder und Jugendlichen individuell einzugehen.
Die Studie zur Entwicklung der Ganztagsschulen (www.projekt-steg.de) zeigt zum Beispiel, dass sich die Teilnahme an Ganztagsangeboten positiv auf die Familie und das Sozialverhalten der Schüler auswirkt. Nicht zuletzt fördern Ganztagsschulen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aus diesen Gründen sind verpflichtende Ganztagsangebote wichtig für das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschulen.

Grundschulen, die an Gemeinschaftsschulen angeschlossen sind, müssen nicht zwingend Ganztagsschulen werden, haben aber die Möglichkeit dazu. Falls sie sich zu einem Ganztagsangebot entschließen, können sie zwischen verpflichtendem und freiwilligem Ganztagsbetrieb sowie zwischen 3 oder 4 Tagen wählen.

 

 

15. Was unterscheidet eine Lerngruppe von einer Klasse?

 
 

Die Gesamtheit der Kinder einer Klasse bildet die Lerngruppe in der Gemeinschaftsschule. Der geänderte Begriff wird vor allem deshalb gewählt, weil deutlich gemacht werden soll, dass die Lerngruppe kein so ausschließlich fest gefügter Verband ist wie seither die Klasse. Es soll dabei ganz klar betont werden, dass die Lerngruppe das bekannte und sichere Umfeld für die Schülerinnen und Schüler darstellt. Es wird selbstverständlich immer Lernsituationen geben, die in der gesamten Lerngruppe stattfinden. Jedoch hat die Lehrkraft die Möglichkeit, Gruppen nach pädagogischen Gesichtspunkten zu bilden.

 

16. Gibt es an einer Gemeinschaftsschule Noten?

 
 

In der Gemeinschaftsschule  sind Noten nur in den Abschlussklassen sowie beim Wechsel in eine andere Schulart obligatorisch. Den Kern der Leistungsrückmeldung bilden differenzierte Beurteilungen über den individuellen Entwicklungs- und Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler. Auf Wunsch der Eltern können diese durch Noten ergänzt werden.

 
 
 

17. Welche Wege stehen nach dem Abschluss der Klasse 10 offen?

 
 

 

Nach erfolgreichem Abschluss der Klassenstufe 10 der GMS sind folgende Übergänge möglich:

  • Übergang in die gymnasiale Oberstufe einer anderen Gemeinschaftsschule
  • Übergang in die gymnasiale Oberstufe eines allgemein bildenden Gymnasiums, sofern eine zweite Fremdsprache in Klasse 6 gewählt wurde und bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen
  • Übergang an berufliche Gymnasien bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen oder in ein Berufskolleg
  • Übergang in die berufliche Ausbildung.

 
 

18. Sind die Schulabschlüsse bei Umzug vergleichbar?

 
 

Grundlage des Schulunterrichts sind bundesweit gültige abschlussbezogene Bildungsstandards (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Allgemeine Hochschulreife in Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen Englisch und Französisch und Naturwissenschaften). So können Eltern sicher sein, dass ihre Kinder bei einem Umzug innerhalb Baden-Württembergs oder Deutschlands in anderen Schulen Anschluss finden.

 
 

19. Wie sind die Gemeinschaftsschulen mit Lehrerstunden ausgestattet?

 
 

Zusätzlich zu den in der Stundentafel vorgegebenen Stunden erhalten die Gemeinschaftsschulen zusätzliche Lehrerstunden:

  • für die Weiterentwicklung zur GMS einmalig ("Anschub"): 3 LWS je Klasse 5 im ersten Jahr der Genehmigung der Schule, 2 LWS je Klasse 6 im zweiten Jahr der Genehmigung der Schule und 1 LWS je Klasse 7 im dritten Jahr der Genehmigung der Schule
  • für den verbindlichen Ganztagsunterricht in der Sekundarstufe I: 5 LWS je Klasse für 4 Tage bzw. 2 LWS je Klasse für 3 Tage.

 

20. Wie werden Eltern ins Schulleben eingebunden?

 
 

Die Gemeinschaftsschule geht mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft ein. In regelmäßigem Kontakt verständigen sich Lehrkräfte und Eltern über den Leistungsstand der Kinder und treffen gemeinsam Absprachen über praktikable und sinnvolle Leistungs- und Zielvereinbarungen.

 

21. Wie ist der Ablauf des Genehmigungsverfahrens?

 
 

Da die Schulträger das Initiativ- und Gestaltungsrecht für die örtlichen Schulentwicklungsprozesse haben, ist Voraussetzung für die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ein entsprechender Antrag des Schulträgers.
Grundvoraussetzung für die Genehmigung ist die Billigung der pädagogischen Konzeption durch die Schulverwaltung. Das pädagogische Konzept wird federführend von den für den Standort der Gemeinschaftsschule zuständigen Staatlichen Schulämtern vor Ort beurteilt. Dabei bewertet ein Team aus Schulrätinnen und Schulräten und externen Expertinnen und Experten durch eine Visitation die pädagogische Arbeit an der Schule. Entscheidend ist hierbei der Nachweis, dass die Konzeption auch tatsächlich umgesetzt wird bzw. werden kann.
Da es sich bei der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule um eine schulorganisatorische Maßnahme im Sinne von § 30 SchG handelt, ist grundsätzlich eine regionale Schulentwicklung durchzuführen. Dabei ist die Raumschaft maßgeblich und es sind die Berührten im Rahmen eines Dialog- und Beteiligungsverfahrens anzuhören. Bei Konfliktfällen, z.B. mit Nachbarkommunen, führt das zuständige Regierungspräsidium eine Schlichtung durch. Am Ende trifft das Regierungspräsidium in Abstimmung mit dem Kultusministerium die Entscheidung über den Antrag. Dabei sind die materiellen Voraussetzungen für die Maßnahme, z. B. das öffentliche Bedürfnis für die Einrichtung einer Schule, zu prüfen. Unter anderem muss eine langfristige Prognose der Schülerzahlen ergeben, dass die festgelegten Mindestschülerzahlen erreicht werden.

Nähere Erläuterungen gibt die Handreichung zur Beantragung einer Gemeinschaftsschule. 

Weitere Informationen zur regionalen Schulentwicklung finden Sie hier.

 

22. Welche Kriterien spielen für die Genehmigung eine Rolle? 

 
 

Bei der Entscheidung über die Anträge für eine Gemeinschaftsschule steht an erster Stelle das pädagogische Konzept der jeweiligen Schule, also die Frage, inwieweit individualisierte und kooperative Lernformen, die Orientierung des Unterrichts an den Stärken der Schülerinnen und Schüler oder beispielsweise Ganztagsunterricht bereits umgesetzt werden. Des Weiteren muss ein öffentliches Bedürfnis für die Einrichtung der neuen Schule bestehen. Dafür ist insbesondere Voraussetzung, dass für die Schule die Mindest-schülerzahl von 40 Schülerinnen und Schülern für Klassenstufe 5 langfristig prognostiziert werden kann.

 

23. Welche Schulen können Gemeinschaftsschule werden?

 
 

Alle allgemein bildenden auf der Grundschule aufbauenden Schulen können sich zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Also Haupt-/Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien sowie Schulverbünde.

 

24. Kann ein Schüler, der den Hauptschulabschluss in Klasse 9 ablegt, anschließend die Klasse 10 besuchen und den Realschulabschluss ablegen?

 
 

Ja, eine Schülerin/ein Schüler kann nach dem Hauptschulabschluss in Klasse 9 in die Klasse 10 wechseln und den Realschulabschluss ablegen.

 

25. Wer entscheidet darüber, welchen Abschluss ein Kind ablegt?

 
 

Nach einem Beratungsgespräch, in dem der Lernentwicklungsbericht des 1. Halbjahres, die individuellen Lernfortschritte des Kindes und die Kriterien der jeweiligen Prüfungsordnungen bzw. die gymnasiale Versetzungsordnung zugrunde gelegt werden, entscheiden die Erziehungsberechtigten über den geplanten Bildungsabschluss (Verordnung des Kultusministeriums über die Sekundarstufe I der Gemeinschaftsschule §4 Abs. 3, Satz 3).

 

26. Welche Voraussetzungen braucht ein Schüler, um nach Klasse 10 in die gymnasiale Oberstufe einer Gemeinschaftsschule oder eines allgemein bildenden Gymnasiums zu wechseln?

 
 

Entweder die Schülerin/der Schüler hat in Klasse 10 in allen Fächern auf dem erweiterten Niveau seine Leistungsnachweise erbracht und kann nach den Regelungen der gymnasialen Versetzungsordnung in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe der Gemeinschaftsschule oder eines Gymnasiums versetzt werden, oder eine Schülerin/ein Schüler legt in Klasse 10 der Gemeinschaftsschule den Realschulabschluss ab und erfüllt die Notenvoraussetzungen der Multilateralen Versetzungsordnung (in zwei der Fächer Deutsch, Mathematik und Pflichtfremdsprache mindestens die Note gut und im dritten dieser Fächer mind. die Note befriedigend und in allen für die Versetzung maßgebenden Fächern mind. Durchschnitt 3,0).
Wichtig: Ein Wechsel auf das allgemein bildende Gymnasium ist nur möglich, wenn der Schüler oder die Schülerin die zweite Fremdsprache aus der Gemeinschaftsschule (Französisch) mitbringt. Demgegenüber soll in der Sekundarstufe II der Gemeinschaftsschule die Möglichkeit geschaffen werden, eine zweite Fremdsprache neu zu erlernen. Dies soll durch eine derzeit in der Anhörung befindliche Änderung der GMSVO  geregelt werden.

 

27. Erwirbt ein Schüler mit dem Besuch der Klasse 10 einer Gemeinschaftsschule automatisch einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Bildungsstand?

 
 

Nein, nur wenn die Leistungsnachweise in Klasse 9 durchgängig auf mittlerem oder erweitertem Niveau bzw. nach den Bildungsstandards der Realschule bzw. des Gymnasiums erbracht wurden und die Schülerin/der Schüler nach der Versetzungsordnung der Realschule bzw. des Gymnasiums versetzt wird.

 

28. Wenn mein Kind durchaus in der Lage ist auf mittlerem Niveau zu lernen, kann es dann trotzdem in Klasse 9 zunächst den Hauptschulabschluss ablegen?

 
 

Im Abschlussjahr wird eine Schülerin / ein Schüler durchgehend in dem Niveau des angestrebten Abschlusses bewertet. Für Schülerinnen und Schüler, die in Klasse 9 die Hauptschulabschlussprüfung ablegen wollen, gilt deshalb, dass sie auch die Leistungsrückmeldungen in allen Fächern auf G-Niveau bzw. nach den Standards der Hauptschule/ Werkrealschule erhalten. Dies schließt jedoch nicht aus, dass die Schülerinnen und Schüler auf höherem Niveau lernen und gefördert werden können.

 

29. Hat mein Kind nach Klasse 10 an der Gemeinschaftsschule einen Rechtsanspruch auf einen Platz am allgemein bildenden Gymnasium?

 
 

Sofern das Kind die Voraussetzungen für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe des allgemein bildenden Gymnasiums erfüllt (siehe Antwort zu Frage Nr.3), hat es einen entsprechenden Anspruch auf Aufnahme. Dies ist kein Anspruch auf ein ganz bestimmtes Gymnasium, jedoch wird das Kind in zumutbarer Erreichbarkeit an einem Gymnasium einen Platz erhalten. 

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